4. September 2019 | 20 Uhr

Gundermann

Drama/Liebesfilm | 2018 | Deutschland

Gundermann ist ein biografischer Film und zugleich ein Musikfilm von Andreas Dresen über den Liedermacher und Baggerfahrer Gerhard Gundermann, der mit der Band Silly das Album zur Wende vorlegte und den Alltag im Osten vertonte.

Gerhard Gundermann war in der DDR als singender Baggerfahrer bekannt. In seinen Liedern sang er vom Alltag der Arbeiter im Braunkohlerevier der Lausitz, setzte sich kritisch mit dem System auseinander und verarbeitete in dem Song „Sieglinde“ auch sein eigenes Wirken als Spitzel für die Stasi. Gundermann lebte immer zwei Leben: Als erfolgreicher Musiker und als Arbeiter, als Familienvater und öffentliche Person, als Sozialist und als Querkopf, der wegen „prinzipieller Eigenwilligkeit“ aus der SED ausgeschlossen wurde.

 

Wie hat Gerhard Gundermanns Karriere begonnen? Im Hoyerswerda der frühen 70er-Jahre meldet sich der überzeugte Sozialist zur Offiziersausbildung bei der NVA. Doch Gundermann eckt auch hier bereits an. Als er sich weigert, ein Loblied auf einen General zu singen, wird er auf Bewährung in den Braunkohletagebau geschickt und findet seine wahre Bestimmung im rumpelnden Takt der Bergbaumaschinen.

 

Alexander Scheer singt alle Lieder selbst.

 

 

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

Produktion: Christoph Friedel; Claudia Steffen

Musik: Jens Quandt

  

Besetzung

Alexander Scheer (Gerhard Gundermann), Anna Unterberger (Conny), Kathrin Angerer (Irene), Axel Prahl (Führungsoffizier), Bjarne Mädel (Parteisekretär) u.a.

 

 

Auszeichnungen

2018: Gilde-Filmpreis – Bester Film (national)

2018: Günter-Rohrbach-Filmpreis – Darstellerpreis für Alexander Scheer

2018: Bayerischer Filmpreis für Alexander Scheer als bester Hauptdarsteller

2019: Deutscher Filmpreis 2019 in sechs Kategorien: Bester Spielfilm, Beste Regie (Andreas Dresen), Bestes Drehbuch (Laila Stieler), Bester Hauptdarsteller (Alexander Scheer), Bestes Szenenbild (Susanne Hopf), Bestes Kostümbild (Sabine Greunig). 

  

Filmkritik

„Gundermann war ein ebenso origineller wie widersprüchlicher Künstler. Der überzeugte Sozialist flog aus der Partei, spitzelte für die Stasi und wurde selbst überwacht. Andreas Dresens Film ‚Gundermann‘ stellt den Rockpoeten auf keinen Sockel, sondern setzt ihn seiner Vergangenheit aus. Der einfühlsame Film beschönigt nichts, arbeitet aber sehr genau und differenziert heraus, wie Haltungen entstehen. Ein kluger, aufrichtiger und bewegender Musikfilm über ein gelebtes Leben mit all seinen Idealen, Verstrickungen, Enttäuschungen. Es ist Zeit für solche Filme über die DDR.“  Knut Elstermann

 

Quellen: Google, Wikipedia, kino.de